Die Daten der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geben Einblicke in die Entwicklung von Betrugsfällen innerhalb der Versicherungsbranche. Betrug ist jedoch ein Phänomen, das in nahezu allen Branchen vorkommt. Der Abschluss einer Vertrauensschadenversicherung kann dabei helfen, finanzielle Schäden für betroffene Unternehmen erheblich zu reduzieren.

Unregelmäßigkeiten nach Personengruppen

Die Daten „Unregelmäßigkeiten im Sinne der Sammelverfügung vom 10. Dezember 2015“ zeigt einen Gesamtschaden von EUR 22 644 334 der sich auf folgende Personengruppen aufteilt:

  • Angestellter Außendienst: 14 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 6 827.
  • Gebundene Vermittler: 165 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 4 464 065.
  • Innendienst: 24 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 8 349 672.
  • Makler: 16 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 599 046.
  • Mehrfachvertreter: 1 Fall, Betrag nicht angegeben.
  • Produktakzessorische Versicherungsvermittler; 1 Fall, veruntreuter Betrag EUR 50.
  • Sonstige Vermittler: 9 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 9 224 674.

Die höchsten Schadenssummen werden dem Innendienst zugeschrieben, während die gebundenen Vermittler die meisten gemeldeten Fälle aufweisen.

Betrugsfälle ab EUR 50.000

Dieser Teil fokussiert sich auf besonders schwere Fälle mit Schadenssummen ab EUR 50 000 und zeigt einen Gesamtschaden von EUR 20 837 022 mit folgenden Personengruppen:

  • Gebundene Vermittler: 19 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 3 052 537.
  • Innendienst: 3 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 8 087 052.
  • Makler: 5 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 553 340.
  • Sonstige Vermittler: 1 Fall, veruntreuter Betrag EUR 9 144 093.

Bemerkenswert ist, dass ein sonstiger Vermittler mit nur einem Fall die höchste Schadenssummen verursacht hat, gefolgt vom Innendienst mit 3 Fällen und der zweithöchsten Schadenssumme.

Vermittlerstatus und Versicherungszweige

Die Daten zur Verteilung der Fälle nach Vermittlerstatus und Versicherungszweig zeigt:

  • Gebundene Vermittler, 50 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 4 028 168.
    • Lebensversicherung: 23 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 1 292 767.
    • Krankenversicherung: 7 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 444 030.
    • Schaden-/Unfallversicherung: 20 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 2 291 371.
  • Innendienst, 10 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 8 331 628.
    • Krankenversicherung: 2 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 70 843.
    • Schaden-/Unfallversicherung: 8 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 8 260 785.
  • Makler, 8 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 590 990.
    • Lebensversicherung: 7 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 528 021.
    • Schaden-/Unfallversicherung: 1 Fall, veruntreuter Betrag EUR 62 969.
  • Sonstige Vermittler, 4 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 9 221 275.
    • Krankenversicherung: 2 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 9 160 593.
    • Schaden-/Unfallversicherung: 2 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 60 682.

Die Schaden-/Unfallversicherung verzeichnet die höchsten Schadenssummen, besonders bei sonstigen Vermittlern und Innendienstmitarbeitern.

Tatmodalitäten und Versicherungszweige

Die Daten zu den Tatmodalitäten geben Aufschluss über die betrügerischen Methoden. Der Gesamtschaden beträgt EUR 22.172.061 und resultiert aus 72 Fällen. Besonders interessant sind dabei folgende Bereiche:

  • Fingierte Verträge:
    • 29 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 10 472 594.
    • Schaden-/Unfallversicherung: 9 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 8 896 254.
    • Lebensversicherung: 17 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 1 425 668.
  • Kundengelder für Nicht-Versicherungsgeschäfte:
    • 2 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 250 966.
  • Schadenmanipulation:
    • 11 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 315 048.
  • Sonstiges:
    • 23 Fälle, veruntreuter Betrag EUR 10 690 903.

Besonders fingierte Verträge und Sonstiges fallen durch höchste Schadenssummen auf, wobei der Schwerpunkt auf der Schaden-/Unfallversicherung liegt, diese machen 95 % des Gesamtschaden aus.

Maßnahmen gegen Betrug und Abfederung des finanziellen Schadens

Die BaFin-Daten zeigen, dass Betrugsfälle in der Versicherungsbranche signifikante finanzielle Auswirkungen haben. Der Fokus auf Innendienstmitarbeiter und fingierte Verträge zeigt klare Schwerpunkte, die gezielt adressiert werden sollten. Eine verstärkte Kontrolle der Schaden-/Unfallversicherung und ein verbessertes Monitoring von Vermittlern könnten zur Prävention solcher Fälle beitragen.

Unternehmen können zudem durch den Abschluss einer Vertrauensschadenversicherung finanzielle Schäden abfedern. Diese Versicherung deckt in der Regel Schäden ab, die durch die vorsätzliche oder betrügerische Handlung von Mitarbeitern, Vermittlern oder externen Personen entstehen. Dazu gehören etwa Unterschlagung, Diebstahl, Betrug oder Datenmanipulation.

Die BaFin-Daten zeigen, dass Betrugsfälle in der Versicherungsbranche signifikante finanzielle Auswirkungen haben.

Informationen zur Vertrauensschadenversicherung finden Sie hier: https://www.hoeher.info/hoeher-versicherungsprodukte/

Wr. Neustadt, 07.01.2025

Quellenhinweis: https://www.bafin.de/DE/PublikationenDaten/Statistiken/Erstversicherung/erstversicherung_artikel.html

Bildnachweis: envato

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